Geistliches Leben
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Vorzeit Quadragesimä



Wir bitten Dich, o HErr, erhöre gnädig unser Flehen, löse uns von den Banden der Sünden und behüte uns vor allem Unheil;ir bitten Dich, o HErr, erhöre gnädig unser Flehen, löse uns von den Banden der Sünden und behüte uns vor allem Unheil; durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern HErrn, der da lebt und herrscht mit Dir, in der Einheit des Heiligen Geistes, ein Gott, in Ewigkeit. Amen.



Gebet Quinquagesimä

Bund Abrahams und seine Kinder

Freunde kann man sich aussuchen, Brüder oder Geschwister nicht. Die letzteren sind manchmal nicht leiblich, aber doch im gewissen Sinn geistlich verwandt. So sind wir Adoptierten in unserer Wiedergeburt als Christen mit den Hebräern verwandt und haben nicht nur einen gemeinsamen Gott, sondern vor allem den einen Vater, den Heiligen Israels, durch den einen verheißenen Nachkommen Abrahams, durch den Messias unseres Glaubens, durch Christus Jesus aus Nazaret.

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Erste Schritte zum Osterfest

Im Hafen des Heils – eigentlich in den Händen unseres himmlischen Vaters – sind wir durch die geheimnisvolle Einheit des Leibes Christi im Stande, die Vorzeit unserer Befreiung zu betrachten, nicht nur die Vorzeit des österlichen Kirchenjahres, sondern auch die Vorzeit unseres Glaubens. Wenn unsere Blicke den kommenden Befreier wahrnehmen, der uns die Gnade der Umkehr und Bekehrung schenkt, wird jeder HErrentag, welchen wir sonntags feiern, zum Morgenlicht des achten Wochentags, wo die Morgenröte einen abendlosen Tag anbrechen lässt. Dadurch wird auch unser Osterfest hell und erbaulich, ein Feiertag der Ankunft des Himmelreichs.

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Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern...

Um von Gott die Absolution verlangen zu können, ist, wie bei jeder persönlichen Beichte auch, vom Büßer zuallererst die Vergebung des an ihm begangenen Unrechts erforderlich. Die Art und Weise wie wir dieses Gebot des HErrn umsetzen, ist gleichzeitig der Maßstab der Gnadenerweisung Gottes an uns.

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Vorzeit Quadragesimä

Wir wissen, daß der Absolutionszuspruch in den liturgischen Diensten lediglich der Fußwaschung entspricht, in welcher wir uns, in der priesterlichen Versammlung mit unserem Hohenpriester Christus, zum liturgischen Dienst befugt empfinden. Zwar ermöglicht uns die liebende Absicht Gottes, trotz aller Sünden und Fehltritte, seine Güte zu erfahren, und die Erklärung unserer Zulassung befähigt uns, in der Stunde des Gottesdienstes dem Heiligen zu begegnen. Sie hebt jedoch jenen Schaden nicht auf, für welchen Gott in seiner Gerechtigkeit bürgt.

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Esto mihi

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Sei Du mein Fels, meine Fliehburg; um Deines Namens willen führe und leite mich Du.
Ps. 31, 3b







Quinquagesimä oder Sonntag vor Quadragesima (40-Tage-Zeit) erinnert uns an die Erscheinung Jesu im brennenden Dornbusch







Dort erschien ihm der Engel des HErrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. (Ex. 3, 2)  Der bezeugte Engel des HErrn ist zugleich der Engel des Bundes, der als wahrer Gott und wahrer Mensch die unvereinbaren Naturen des Feuers und des Holzes eint, welche die göttliche und menschliche Natur in der heiligen Schrift bezeugen. Das Feuer brannte in Ihm, als Er in der Knechtsgestalt die Suche nach dem Verlorenen nicht aufgab, sondern sich entäußerte bis zur Bitterkeit der Verleumdung und des Verrats, bis zur Auslieferung in die Hände der Heiden. Diese trieben Hohn und Spott mit dem demütigen Gottesknecht, verurteilten Ihn im Schauprozess und unter der Inschrift „Jesus Nazarener, König der Juden“ kreuzigten sie Ihn. Und da erst loderte der Feuersturm des göttlichen Wesens, welches die Liebe ist, denn statt Rache rief der König der Juden in der Todesstunde über alle Beteiligten – vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Die vollkommene, sterbliche Natur knickte einem Ast gleich und starb zum Frieden, d.h. zum Heil aller. Es ist derselbe Engel, der bekundete Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. (Ex. 3, 6)

Diese Botschaft (griechisch Angelia), welche im Morgendienst den göttlichen Namen anbetet und verkündigt, den Boten mit der Botschaft gleichsetzt (griechisch Angelos) und somit zugleich zu einem Zeichen macht – nicht nur zu einem Boten, der eine Botschaft überbringt (griechisch Angelies), ehrt der Abenddienst – Wir aber, die dem Tag gehören, wollen nüchtern sein und uns rüsten mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. Denn Gott hat uns nicht für das Gericht seines Zorns bestimmt, sondern dafür, daß wir durch Jesus Christus, unseren HErrn, das Heil erlangen. Er ist für uns gestorben, damit wir vereint mit ihm leben, ob wir nun wachen oder schlafen. Darum tröstet und ermahnt einander, und einer richte den andern auf, wie ihr es schon tut.
 
(1. Thes. 5, 8-11)

So leitet uns die Heilsabsicht Gottes den ganzen HErrentag an, das Göttliche und Unvergängliche in uns zu erspüren. Die Epistelworte sind der Liebeshymnus, ein Zeugnis dessen, was in uns göttlich und ewig ist. Nur die Liebe schafft es, das Prinzip Gnade vor Recht zu erfassen. So wird auch das „Esto mihi“ des Tages und der Woche klar, weil es jeder in seinem Innern spürt. Unser Gott leitet uns an und gibt uns das Vorbild der Liebe und des Liebeszeugnisses, wie im eucharistischen Evangelium verkündet wird – Jesus versammelte die Zwölf um sich und sagte zu ihnen: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird sich alles erfüllen, was bei den Propheten über den Menschensohn steht: Er wird den Heiden ausgeliefert, wird verspottet, mißhandelt und angespuckt werden, und man wird ihn geißeln und töten. Aber am dritten Tag wird er auferstehen.
(Lk. 18, 31-33)

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