Geistliches Leben
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Pfingstkreis


O Gott, dessen Allmacht sich am herrlichsten durch Schonen und Erbarmen offenbart; laß uns die Fülle Deiner Erbarmungen zuteil werden, damit wir auf dem Wege Deiner Gebote Deinen Verheißungen entgegeneilen, und Deine himmlischen Gaben erlangen; durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern HErrn, der da lebt und herrscht mit Dir, in der Einheit des Heiligen Geistes, ein Gott, in Ewigkeit. Amen.



Gebet vom 12. Sonntag nach Pfingsten

Hingabe der Gottessöhne

Selig, die sich Gott hingeben. (Kehrvers aus dem Ps. 1) Ab dem 11. Sonntag nach Pfingsten betrachten wir die Hingabe an Gott: Dabei geht es nicht darum, von sich aus etwas zu tun, sondern darum, mit der von Gott geschenkten Fähigkeit Ihm und dem Nächsten zu dienen, nach dem Vorbild dessen, den wir ehren – Christi Jesu, unseres HErrn.

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Verzicht und die Gerechtigkeit

Der Ruf zu diesem HErrentag spricht das Erbarmen an: „Dein Erbarmen, o Gott, haben wir empfangen in Deinem heiligen Tempel. Wie Dein Name, so reicht Dein Ruhm bis an die Enden der Erde. Voll der Gerechtigkeit ist Deine Rechte; darum möge sich freuen der Zion.“ Die Bewohner Zions, die Erstlinge Gottes sind offenbar zur Freude aufgefordert – zur Gerechtigkeit aus dem Erbarmen...

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Der Geist und das Fleisch

Von den Kindern Gottes, die aus allen Völkern abstammen, reden wir, wenn wir den Ruf für den 9. Sonntag nach Pfingsten verkündigen: „Ihr Völker alle, klatscht in die Hände, jauchzt Gott zu mit lautem Jubel.“ (Ps. 47, 2) Denn nicht Ferne und Fremde sollen Gott preisen, sondern die Seinen, welche zu Ihm sagen AwinuVater unser!

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Jerusalem, preise den HErrn!

Ab dem 8. Sonntag nach Pfingsten werden wir die geheime Offenbarung (Apokalypse) Ezechiels lesen – die Vorschau unserer Vollendung in der Gestalt des Tempels. Auch wenn die Vision einen 3. Tempel darstellen mag, ist die Tempelschau eine Betrachtung der Getauften, der lebenden Steine des göttlichen Hauses – der geistlichen und ewigen Stadt Gottes. Derselben rufen wir an diesem HErrentag zu: „Jerusalem, preise den HErrn!“ (Ps. 147, 12)

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Aufbruch – Nachfolge des Heiligen Geistes

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Die Vielfalt der Wahrnehmung Gottes, dessen Erscheinungen biblisch mit nur einem Namen bezeichnet werden – die Herrlichkeit Gottes – kann nur durch das eine Verständnis der göttlichen Natur geeint werden. Seine Größe kann die erschaffene Natur nicht erfassen. Er ist in seinem Wesen so gewaltig groß, dass das ganze All räumlich zu gering ist, um Gott aufzunehmen. Deshalb wird jede göttliche Erscheinung, ob sie auf dem Erdantlitz geschehe oder im himmlischen Tempel der Engelwelt, als eine Herabkunft des Lichts oder der Herrlichkeit (griechisch Doxa und hebräisch Qawod) verstanden. So vernehmen wir trotz der Vielfalt der göttlichen Erscheinungen die Dreieinigkeit und sind dadurch befähigt die göttliche Herrlichkeit auseinanderzuhalten und als Vater, Sohn und den Heiligen Geist zu unterscheiden.

Ähnlich verstanden die Hebräer die Heimsuchung Gottes als Erscheinung der göttlichen Herrlichkeit, sei sie in der Feuer- oder Rauchsäule, oder im Feuer oder in der Wolke. Jedes mal sahen sie die Herrlichkeit des Einen, ihres Gottes und Vaters. Und wenn die Herrlichkeit sich erhob, packten sie das Heiligtum und trugen es zu jenem Ort, an welchem die Herrlichkeit Gottes sich niederließ (Ex.40, 36ff).

Wir erleben die Herrlichkeit unseres Erlösers auf dreifache Weise: im Nächsten, im Wort und im Sakrament. Im Zusammenleben mit unseren Nächsten gestalten wir unser Leben sowohl geistlich als auch leiblich im Heiligen oder Sakralen und im Weltlichen oder Profanen, wobei wir stets bemüht sind, den Willen Gottes zu finden und Gott unserem Vater zu dienen. Auch im Wort suchen wir Nahrung für den Geist im Heiligen und für die Seele im Profanen, damit wir Jesus Christus in einer vollkommenen Nachfolge nachahmen und ihm dorthin folgen, wo er nach unserer Erkenntnis ist. Ebenso entfernen wir jeden Sonntag seine herrliche Erscheinung im Sakrament, um bei der erneuten Feier des Bundes dem Auferstandenen zu begegnen.

In einigen kirchlichen Jahrzeiten begehen wir liturgisch den Aufbruch so, wie derselbe im himmlischen Tempel geschieht – „Und der Tempel füllte sich mit dem Rauch der Herrlichkeit und Macht Gottes. Niemand konnte den Tempel betreten.“ (Off. 15, 8) – indem wir der Erfahrung und Anleitung des Heiligen Geistes im Prophetenamt nachfolgen und nach der Herrlichkeit des Geistes Ausschau halten. Wir suchen keineswegs einen eigenen Antrieb, um im geistlichen Bereich aufzubrechen, sondern wollen mit den Gaben des Geistes dort wirken, wo der Geist weht: „Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.“ (Joh. 3, 8)

Mit dem 12. Sonntag nach Pfingsten beginnt die vorletzte Aufbruchswoche in diesem Kirchenjahr. Das Besondere an derselben ist, dass wir den Kreis der Lesungen der Propheten mit der Vorlesung der historischen biblischen Bücher beschließen, vor allem mit dem Ereignis des letzten Aufbruchs der alttestamentlichen Priesterschaft: „Als dann die Priester aus dem Heiligtum traten, erfüllte die Wolke das Haus des HErrn. Sie konnten wegen der Wolke ihren Dienst nicht verrichten; denn die Herrlichkeit des HErrn erfüllte das Haus des HErrn.“ (1. Kön. 8, 11f) In der Woche nach dem 16. Sonntag nach Pfingsten wird das Gedächtnis der Tempelweihe zum Anlass genommen, uns dem festlichen Teil des Kirchenjahres zuzuwenden. Folglich umgeben uns die nächsten 5 Wochen mit den Betrachtungen der Verheißungen und der Erfüllung von allem, was uns Gott verhieß.

Der Anfang aller Verheißungen ist die Ankündigung eines neuen und ewigen Lebens, von welchem uns die Epistel dieses HErrentags (1. Kor. 15, 1-11) ein besonderes Zeugnis gibt, wie es im 2. Vers angedeutet wird: „Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet!“ Der Kern dieser Botschaft ist die Auferstehung und das ewige Leben. Die Verheißung dieses Lebens gründet im Zeugnis, dass Jesus Christus wahrhaftig auferstanden ist – es haben ihn viele seiner Jünger mehrmals geschaut: „Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Als letztem von allen erschien er auch mir.
(1. Kor. 15, 4-8)

Könnte alles was wir glauben und bezeugen nur Worte und Ansichten sein? Sicherlich nicht! Denn nicht wir haben Gott erfunden, sondern derselbe ist oft erschienen. Auch die Auferstehung und das ewige Leben sind keine erdachten Märchen, sondern Ereignisse, welche geschaut und bezeugt wurden. Diese Erscheinungen der Herrlichkeit Gottes leiten zum Glauben an, welchen auch wir verkündigen, im gleichen Sinn, wie die Epistel an diesem Tag endet: „Ob nun ich verkündige oder die anderen: das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.

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