Geistliches Leben
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Zeit nach Beschneidung


Allmächtiger, ewiger Gott, Du lenkst gleicherweise Himmel und Erde; erhöre huldvoll das Flehen Deines Volkes und schenke Deinen Frieden unseren Zeiten; durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern HErrn, der da lebt und herrscht mit Dir, in der Einheit des Heiligen Geistes, ein Gott, in Ewigkeit. Amen.

Gebet vom 3. Sonntag nach Beschneidung

Familie – mehr, als man sich wünschen kann

HErr, Du bist mein Gott, ich will Dich rühmen und Deinen Namen preisen. Denn Du hast wunderbare Pläne verwirklicht, von fern her zuverlässig und sicher.“ Mit diesem Wort aus dem jesajanischen Glaubenshymnus (25,1) betraten wir im eucharistischen Vordienst nicht nur die Pforte der sonntäglichen Eucharistie. Vielmehr ist es unser Einzug in die gegenwärtige Periode der kirchlichen Jahrzeit.

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Das Reich der Himmel

Wenn wir uns zu einer persönlichen Andacht zurückziehen oder zum Gottesdienst in Anbetungsstätten versammeln, stärkt uns im Glauben das Vernehmen des Augenblicks in Wort und Sakrament. Unser Verlangen nach Gott kann dadurch zwar nicht gestillt werden, kräftigt jedoch unser ganzes Wesen in der Sehnsucht des Herzens nach der Wiederkunft der Herrlichkeit in unsere Mitte – dem Alltag der Sorgen und der Schwäche entzogen trachten wir im Erlebnis der Ewigkeit nach einer neuen, für uns noch zukünftigen Welt.

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Heil durch die Fleischwerdung Gottes

In Christus ist für uns Menschen die falsche Gottesvorstellung eines „höheren Wesens“, von „etwas Höherem, welches es da wohl schon gibt“, Gott sei Dank, ein für allemal überwunden. Denn durch die Fleischwerdung des ewigen Gottessohnes hat unser himmlische Vater erwirkt, dass wir nun in heiliger Gemeinschaft (Communio sanctorum) eine wahrhaftige Gottesbegegnung erleben dürfen.

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Verwandlung und Vollendung

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Wenn das Volk sieht, was meine Hände in seiner Mitte vollbringen, wird es meinen Namen heilighalten.“ – mit diesem Wort des Propheten Jesaja (29, 23) bereiten wir uns auf das eucharistische Opfer des 3. Sonntags nach Beschneidung vor, um auch das Motto der darauffolgenden Woche näher kennenzulernen. Allerdings stellt uns diese Aussage vor mancherlei Fragen. Vor allem erwarten wir, dass diese Zeit des Glaubens erst in der Zukunft des HErrn, nah oder fern, in eine andere Haushaltung gelangen soll, vom Glauben zu Schauen, von der Hoffnung zur Erfüllung. Und doch soll unser nächster Schritt zur Heiligen Feier, in welcher wir den Namen Jesu und seines Vaters heilighalten, vom Schauen her begründet sein.

Sicherlich – in der Gestalt des Allerheiligsten, des Opfers des Neuen Bundes nehmen wir im Leib und Blut Christi Gott wahr, unsere Hoffnung auf Herrlichkeit, und freuen uns jedes mal, wenn uns die Gnade gereicht wird, nämlich das Sakrament oder Geheimnis unseres Heils. Es ist ja seltsam genug, dass uns im Brot das Fleisch des neutestamentlichen Schlachtopfers und im Kelch das Blut des Neuen Bundes gereicht wird. Wir mögen uns soviel zureden – das sei so. Auch theologisch gehört diese sakramentale Aussage zum Glauben der Kirche. Die römisch-katholischen Mitchristen beugen vor dem ausgesetzten Altarsakrament ihre Knie und begeben sich in eine, nach ihrem Verständnis, „ewige Anbetung“. Die orientalischen Mitchristen verstehen zwar unter der beständigen Anbetung etwas Ähnliches wie wir, indem sie tagtäglich sich dem Tagesgebet widmen, hingegen fallen auch sie vor dem HErrn in der Sakramentsgestalt nieder, um Gott zu verehren. Ebenso verbeugen sich fast alle protestantischen Mitchristen vor dem HErrn, wenn sie das heilige Abendmahl empfangen. Das Prophetenwort will, dass wir weiter in den HErrn eindringen, denn es kommt die Zeit, und sie ist schon da, dann wird die Weisheit seiner Weisen vergehen und die Klugheit seiner Klugen verschwinden. Ob wir wirklich fähig sind, die Sakramente zu deuten und zu verstehen oder nicht, ist nicht von belang – der vom Heiligen Geist geschenkte Glaube beschreitet eigene Wege. Wir Menschen sind tatsächlich imstande, uns von verschiedenen eigenen Lehren dermaßen selbst zu überzeugen, bis uns die Überzeugung überwältigt, dass zu dieser gegenwärtigen Zeit das Werk Gottes still stünde. Für solche gilt der Prophetenspruch: „Denn der HErr hat über euch einen Geist der Ohnmacht gebracht; er hat eure Augen [die Propheten] verschlossen und euren Kopf [die Seher] verhüllt.“ (Jes. 29, 6)

Erst unsere Gottesschau durch die Augen des geheimnisvollen Leibes Christi, durch das Amt der Propheten, überzeugte uns, dass die Sakramente seine Stiftung und Eigentum sind, unseres Gottes, des Allmächtigen. Nicht allein die sakramentale Wirklichkeit, sondern der Sinn und Zweck derselben halten den Glauben der ganzen Christenheit zusammen. Durch die sakramentale Verwandlung sollen wir alle Getauften für die Verklärung unseres ganzen Wesens heranwachsen. Deshalb ist es für uns nicht verwunderlich, dass wir in der Verbundenheit mit dem erneut geschenkten Amt der Cherubim, mit dem vierfachen Amt, bereits in unserem Herzen verwandelt worden sind, um mit den Aposteln, Propheten, Evangelisten und Hirten Gott zu schauen und zu verstehen. Wie sie, deren geistliches Antlitz im Geheimnis Christi, unseres Hauptes, des Kopfes seines mystischen Leibes, kraft der königlichen Herkunft (Löwe), der vollkommenen Menschennatur (Mensch), der vollendeten prophetischen Verheißungen (Adler) und eines einmaligen und genügsamen pastoralen Opfers (Stier) Gott betrachtet, sind auch wir zu Sehern geworden, zu Zeugen einer göttlichen Tat. Hätten wir vom vierfachen Amt im voraus gewusst, um uns selbst hinein zu setzen, wäre unser Zeugnis schwach und menschlich. Wir haben es aber erlebt, wie uns Jesus von Nazaret umgestaltete und geistlich enthüllte, damit wir fähig werden, das zu sein, was wir vom Herzen sind.

Es bedrückt uns nach wie vor, dass dem Himmelreich Gewalt angetan wird. Wir erfahren sie durch persönliche Verurteilung. Manche verstehen es als ihre, von Gott gegebene Pflicht, uns zu verfolgen, nachzustellen und zu verleumden oder totzuschweigen. Andere greifen uns aus ihrem Unglauben und Unwissen an, wie der moderne Agnostizismus in der Nachfolge des Atheismus, der alles, was je heilig und göttlich empfunden war, vernichten und zerstören möchte. Es wäre zum Verzweifeln, wenn uns der Geist der Ohnmacht beherrschen würde!

Das beständige Gebet für die Kirche, welches das Lamm vor dem himmlischen Altar und Angesicht unseres Gottes in einer zeitlosen Dimension ausrichtet, ist ebenso wenig bemerkbar, wie die Umstände des ersten Wunders, welches Christus vor seinem öffentlichen Auftritt und Werk bewirkte. Die Gäste beim Hochzeitsmahl vernahmen es nicht, hochzals die Mutter Jesu den Gottessohn darauf aufmerksam machte, dass der Wein für die Hochzeitsfeier ausging. Ebenso vernahmen sie es nicht, als Christus das Wasser in den sechs steinernen Krügen zu Wein verwandelte. Sie schmeckten es jedoch, mit Verwunderung. So kosten auch wir – zum Hochzeitsmahl des Lammes angelangt – in der eucharistischen Feier ein anderes, neues Leben, das Leben der Auferstehung und der Ewigkeit, und zwar schon bevor er in Macht erscheint und in Herrlichkeit, das Lamm unseres Heils. Deshalb ermahnt uns der Apostel (1. Kor. 15, 19): Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.

Für uns ist in dieser Woche klar: nicht die Mitmenschen dieser Welt sind uns echte Gegner oder Feinde. Arm sind sie und hilfsbedürftig. Deshalb beten wir für sie, bei manchen hoffen und erwarten wir mehr: dass das Licht des Wortes Gottes sie erleuchte, damit sie wie „Saulus zum Paulus“ werden, denn es gibt gewiss noch viele, die es in ihrem Herzen nicht erkannt haben, wie einst wir, dass Gott sie braucht und zu dieser Zeit wie die Engel der Himmel aussenden möchte. Für alle Menschen, welche gleich der geistlichen Pflanzung Gottes Wasser und Licht brauchen, Wasser des ewigen Lebens und Licht der Nähe Gottes, werden und wollen wir beten, und mit allen Mitteln, die uns Gott in der Ausrüstung des Heiligen Geistes gab, bereiten wir uns zum letzten Kampf und Sieg, denn „Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod.“ (1. Kor. 15, 26)

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