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Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern...

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Einmal im Jahr begeht die Kirche eine gemeinsame Bußzeit, die heiligen 40 Tage Vorbereitung auf die hohen Feierlichkeiten der Geheimnisse unseres Glaubens. Wir bereiten uns auf die Osterzeit ab dem Sonntag Septuagesimä bis Aschermittwoch in besonderer Weise vor, denn diese Zeit ist unserer Selbstprüfung gewidmet, in welcher wir das an uns begangene Unrecht erfassen sollen und gleichzeitig verpflichtet sind, dasselbe unseren Schuldigern zu vergeben.

Um von Gott die Absolution verlangen zu können, ist, wie bei jeder persönlichen Beichte auch, vom Büßer zuallererst die Vergebung des an ihm begangenen Unrechts erforderlich. Die Art und Weise wie wir dieses Gebot des HErrn umsetzen, ist gleichzeitig der Maßstab der Gnadenerweisung Gottes an uns. Um dieser Selbstprüfung auch liturgisch Raum zu geben, halten wir nach dem Zeit- und Wochengebet eine Gebetsstille.

Vor jedem Tagesgebet beten wir im Herzen zu allererst für uns, dass uns die Erfahrung der Ungerechtigkeit nicht kränke, sondern im Glauben stärke, um die Erfahrung der Glaubenskraft fürbittweise jenen zu widmen, welchen man das Unrecht verzeihen möchte. Wo wir das bereits vergebene Unrecht noch nicht vergessen können, bitten wir um Gottes Beistand, um Jesum gleich an die Sünde nicht mehr zu denken, sondern dem Willen unseres himmlischen Vaters gemäß in Liebe die Schuld, die uns so sehr verbittert und verletzt hat, auch gänzlich aus dem Gedächtnis zu löschen.

Es mag sein, dass dabei auch eine Ermahnung dem Schuldner hilfreich ist, worin jedoch unsere Absicht bekräftigt werden soll – „Schwamm drüber.“ Die Heiligkeitsdimension dieser heiligen Tat wird durch das stille Herzensgebet vollendet.

 

Eines der Gebete nach Septuagesimä

Dir sei Dank, o Gott, daß Du uns mit allen Deinen Gläubigen in die Gemeinschaft der Heiligen zusammengeführt hast. Darum bitten wir Dich von Herzen: Laß uns erkennen, was wir sind; laß uns glauben, was wir beten, und tun, was Du uns geboten hast, durch Christum Jesum, Deinen Sohn, unsern HErrn, der da lebt und herrscht mit Dir, in der Einheit des Heiligen Geistes, ein Gott, in Ewigkeit. Amen.

 

 

 

 

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